 Anmerkungen
zum "Pixel-GIS" von Herrn Duttke:
Pixel-GIS als Diagnose-Tool zu einer Landschaft
Ein Pixel-GIS ist ein Geographisches
Informationssystem (= GIS), das primär Satellitenbilder
benutzt, d.h. beim Pixel-GIS werden Lichtintensitäten ausgewertet,
die von Sensoren der Erdbeobachtungssatelliten gemessen wurden.
Die kleinste Dateneinheit ist ein Bildpunkt (= Pixel, daher
der Name "Pixel-GIS"). Bei Messdaten des amerikanischen
Satellitensystems "Landsat" hat jeder Original-Bildpunkt
eine Auflösung von 30 m. Unsere Untersuchungsgebiete umfassen einen
Ausschnitt von der Größe 12km x 12km. Ältere Original-Bilddaten
von Landsat 5 und Landsat 7 sind über das Internet von jedem Punkt
der Erde für Schulen kostenlos und lizenzfrei abrufbar, so lohnt
es sich, sich mit Satellitenbildern intensiver zu beschäftigen.
Die Software "Pixel-GIS"
von Herrn Duttke und die darauf abgestimmten Webtools verfolgen
wichtige schulische Ziele. Sie unterstützen - den naturwissenschaftlichen
Unterricht über die Untersuchung der von
der Erde reflektierten Sonnenstrahlung, - den geographischen
und den naturkundlichen Unterricht
zum Nahraum der Schule (Ausschnitt 12km x 12km), - den handlungsorientierten
Unterricht unter
Einbeziehung der digitalen Medien, insbesondere
von Internet, Webtechnik und Bildverarbeitung, - die Bildung
zur nachhaltigen Entwicklung über den
ganzheitlichen Ansatz "Landschaft"
und über die erlebnisorientierte Wahrnehmung
im Nahraum der Schule, die die Beschäftigung mit einem Pixel-GIS
automatisch initiiert.
Die Verwendung eines Pixel-GIS
im Vergleich zu einem üblichen Vektor-GIS bietet außerdem einen
nicht zu unterschätzenden didaktischen Vorteil. Ein Satellitenbild
(=Pixel-GIS) ist der multispektrale Blick auf eine Landschaft von
oben, genau so wie bei einem Orthofoto aus dem Flugzeug, nur die
Auflösung ist geringer. Je nach verwendeter "Brille" (=
Wahl der Sensoren) lassen sich unterschiedliche Landschaftselemente
besonders gut erkennen. Der individuelle Zugang zu solch einem
digitalen "Foto" geschieht intuitiv und ist unkompliziert,
so dass auch Kinder mit Bildern zum Nahraum der Schule viel anfangen
können. Je nach Alter und Vorerfahrung wird ein Satellitenbild recht
unterschiedlich in verschiedenen Lernprozessen genutzt. Nicht das
Satellitenbild, sondern die Aufgaben zum Satellitenbild bestimmen
den altersgerechten Einsatz.
Satellitenbilder dienen primär nicht
zur Illustration, Satellitenbilder sind Gegenstand forschenden
Lernens. Damit auch Kinder und Jugendliche diese Vorteile eines
Satellitenbildes nutzen können, muss die notwendige Software entsprechend
nutzerfreundlich gestaltet sein. Sie muss den professionellen Zugang
zu Satellitenmessdaten in einer Weise ermöglichen, dass größere
technische Schulungen für Lehrer bzw. Schüler entfallen können.
Es geht um Inhalte, nicht um die PC-Technik. Herr Duttke aus Herborn,
Lehrer für Mathematik und Physik, hat für seine Schüler eine Software
mit diesem Anspruch entwickelt. Sie dürfen diese Software in der
Schule unbeschränkt nutzen.
Und
das leistet die Software von Herrn Duttke:
- Pixel-GIS erlaubt die professionelle
dialogorientierte Auswertung von Strahlungsmesswerten von
Satelliten. Die Farbbilder einer Landschaft (sog. Komposite)
entstehen analog zur digitalen Luftbild-Aufnahme.
- Pixel-GIS ermöglicht die automatisierte
Erstellung von Verbreitungskarten zu erkannten Objekten,
wie Nadelwald, Schilfzone, Wasserfläche, versiegelte Fläche
etc. Überwachte Klassifikation (von Bildpunkten)
heißt diese Anwendung.
- Pixel-GIS erzeugt Karten zum Vegetationsindex
und zu anderen Rechenergebnissen, die aus Strahlungsdaten
abgeleitet werden können.
- Pixel-GIS enthält eine automatisierte
Faktorenanalyse, die Karten mit den Kernaussagen
zur Landschaft liefert. Der Aussagegehalt einer solchen
Faktorenkarte (Hauptkomponentenkarte) muss erst über eine
Interpretation gewonnen werden. Eine Faktorenkarte liefert
gleichsam einen neuartigen, zuerst unbekannten Blick auf
die Landschaft. Dies ist als methodischer Ansatz in höheren
Klassen besonders erfolgversprechend, weil recht unterschiedliche
Vernetzungen eingebracht werden müssen.
- Das neue Pixel-GIS ermöglicht die Eingabe
und Einarbeitung ergänzender Daten: Messwerte,
Grenzen, Strukturlinien. Zusätzliche Software ist hier nicht
notwendig.
- Das neue Pixel-GIS ermöglicht die digitale
Bildanalyse auch von farbigen Landschafts-/Orthofotos.
- Im neuen Pixel-GIS können Fotos und Orthofotos
(soweit verfügbar) positionsgerecht aus einem angezeigten
Satellitenbild abgerufen werden. Damit soll die Interpretation
erleichtert werden. Die Fotos müssen zuvor über Fotosoftware
geeignet aufbereitet und abgelegt sein.
- Das neue Pixel-GIS erlaubt den Export
von Satellitenbildern, Farbkompositen, Klassifikationen
(= thematische Karten), Karten der Faktorenanalyse direkt
in die Webtools (z.B. Pixel-GIS-Viewer) zum Zweck der
erleichterten Interpretation, Dokumentation und Präsentation.
- Im Webtool "Pixel-GIS-Viewer"
können vorbereitete Aufgaben für die Geländearbeit
zu beliebigen Geländepunkten abgerufen und generiert werden.
Die Geländepunkte und die zugehörigen Umgebungskärtchen
werden über die Pixel-GIS-Lupe bestimmt.
- Das zu Pixel-GIS gehörige Hilfe-System
ist als HTML-Anwendung gestaltet. Es ist damit parallel
zum Programm "Pixel-GIS" benutzbar.
- Die verschiedenen Webtools sollen die
unterschiedlichen Arbeitsergebnisse zum Nahraum der Schule
bündeln und Präsentationen auf dem Hintergrund eines Satellitenbild-GIS
vereinfachen. Das Satellitenbild-GIS mit integrierten
Hotspots wird über die Pixel-GIS-Lupe generiert.
- Die Seiten der Webtools können mit Word
weiter bearbeitet werden.

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