
Auswertungsstrategien
1. Inhalte der Auswertung:
Was soll Vorrang haben?
- Strukturen:
Topographie und Geologie-Merkmale erkunden - Flächen:
Funktionen und Prozesse in einer Landschaft suchen, auch über einen
multitemporalen Vergleich - Erkennbarkeit:
Die physikalische Strahlungs-Sicht, in erstem Ansatz über einen
Vergleich verschiedener Bilder zu einem Zeitpunkt - Strukturanalyse:
Die länderkundliche oder sozialgeographische Behandlung einer Landschaft
steht im Mittelpunkt
2. Auswertungstechniken: Wie erreiche
ich mein inhaltliches Ziel?
- 1-Kanal-Bilder, z.B. K6=TIR,
auch Faktorenkarten der Faktorenanalyse: 1. Orientierung über
erkennbare Strukturen, Strukturen skizzieren 2. Was bedeuten
die hellen Flächen? Qualitätsaussagen zu Flächen über Bildvergleiche:
Erfahrungswerte aus dem Anblick eines Echtfarbenbildes, RGB=(321),
bzw. Bildvergleich mit einer definierten Aussage einer NDVI-Karte
im Falle des Zustands von Vegetation. Sonderfall: Kanal 6, TIR-Verteilungs-Karte:
Kalibrierung nur ansatzweise möglich
- 2-Kanal-Karten: Hier
handelt es sich um Rechenwert-Karten aus zwei Datensätzen: 1.Beispiel:
A/B, Ratio-Karten; Hierbei werden alle Quotientenwerte <
oder = 1 schwarz dargestellt, d.h. nur Vielfache >1 des Nenner-Wertes
werden differenziert dargestellt. 2.Beispiel: NDVI (K4-K3)/(K4+K3)-Karten;
Die Rechenwerte (für jeden Punkt) reichen von -1 bis +1, der Wert
0 zeigt Gleichheit der Werte aus zwei Kanälen. Für die Kanäle K4
und K3 von Landsat ist der Index als Aussage zur Vitalität von Pflanzen
definiert. Werte über 0,38 bedeuten z.B. es beginnt das Frühjahr
in einem Gebiet. Die Interpretation beginnt bei der Betrachtung
der Werteverteilung und setzt fort im Vergleich mit einem Echtfarbenbild
(RGB=321) oder mit dem speziellen Falschfarbenbild RGB=341. 1.
Orientierung über erkennbare Strukturen, Strukturen skizzieren 2.
Wo liegen Werte über bzw. unter den Schwellenwerten? Welche Bodensituation
hat die spezielle Strahlungssituation der 2 Kanäle ausgelöst? 3.
Was lässt sich aus den Werteverteilungen in der Landschaft über
das Ökosystem folgern? Die jahreszeitliche Einordnung ist zwingend
notwendig, da das Einzelbild den Zustand in einem Vegetationszyklus
herausgreift.
- 3-Kanal RGB multispektral (Regelfall für
RGB): Das Problem liegt in der Bewertung der Farben, da Aufbereitung
und Bildschirmeinstellungen unterschiedliche Farbeindrücke vermitteln.
Auch das Fehlen einer Legende bereitet Schwierigkeiten. 1. Orientierung
über erkennbare Strukturen, Strukturen skizzieren 2. Vergleich
eines Falschfarbenbildes mit dem Echtfarbenbild (RGB=321), wegen
der assoziativen Interpretationsmöglichkeit (Alltagserfahrung).
Bewertung der Farbflächen.
- RGB multitemporal: Hier
sind 3 unterschiedliche Zeitpunkte den drei RGB-Farben zugeordnet.
Rot steht für einen ersten Zeitpunkt, Grün .... Die Farbmischungen
werden zeitlich interpretiert. Nur für Geübte!
- Karte
einer überwachten Klassifikation: 1. Orientierung über erkennbare
Strukturen, Strukturen skizzieren 2. Legende auswerten 3.
Bewertung der Verteilung der Flächen 4. Evaluation der Bewertung
(über andere Bilder oder über Exkursion)

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