Der länderkundliche Ansatz zeigt sich im folgenden MindMap. Jede Folgeüberlegung (="Deckfolie") baut auf der vorhergehenden auf. Die Verknüpfung der einzelnen Untersuchungsergebnisse (Faktensammlung in Form von "virtuellen Folien") zeigt dann die Zusammenhänge.
Beispiel: Auf steilen Hanglagen mit Nordexposition gibt es wegen der strahlungsbedingten Benachteiligung häufig Nadelwald, Siedlungsflächen oder landwirtschaftliche Nutzungen meiden diese Räume.

Mindmap zur Interpretation eines Satellitenbildes

Beim länderkundlichen Ansatz handelt es sich primär um ein Ordnungssystem. In jeder Rubrik finden sich spezifische Funktionen und Prozesse.
Beispiel "2. Relief, Morphologie, Gewässer": Täler haben die Funktion, dass sie Wasser sammeln und fortführen. Bodenerosion ist dabei ein möglicher Prozess.


Der sozialgeographische Ansatz geht von der sozialen Gruppe aus. Hier stehen Strukturen, Funktionen und Prozesse als hierarchisches Muster im Mittelpunkt. Dies bedeutet:
- Zuerst werden die wesentlichen Strukturen beschrieben,
- dann die Funktionen, die die Strukturen entstehen ließen und noch zusammenhalten,
- dann die Prozesse, welche die beschriebenen Strukturen und Funktionen zu verändern suchen.
Damit dies etwas geordnet abläuft, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Mindmap zur Interpretation eines Satellitenbildes

1. Zuerst skizziert man die Gesamtsituation für die Landschaft, die gesellschaftliche, die wirtschaftliche und die technische Situation, die das Verhalten der "Akteure" bestimmt. Ein Landwirt im Ries verhält sich anders als ein Hackbauer in Westafrika.
Die örtlichen Standortfaktoren (oben rechts) und die Gesamtsituation (oben links), die das Denken und Handeln der Akteure bestimmen, sind kurz darzustellen.

2. Dann versucht man so zu denken wie ein Bauer, wie ein Fabrikbesitzer: Welche Daseins-Grundfunktionen spielen welche Rolle? Was könnte man davon in der Landschaft sehen?

In dieser Arbeits-Situation wird über Pixel-GIS ein Satellitenbild mit optimaler Aussagekraft erstellt. Dies gelingt natürlich nur bei vorliegenden Originaldaten zu verschiedenen Lichtwellenbereichen, sonst muss man sich mit dem gegebenen Bild begnügen.

3. Erst jetzt beginnt die eigentliche Bildinterpretation: Die Naturfaktoren, die flächenbezogenen Faktoren wie Eigentum und Pacht, Bodenpreis, Marktnähe, Bodenqualität, etc. und die Humanfaktoren wie Bodennutzungssystem, Vertragsanbau, Vermarktungssystem etc.
Diese Fakten sind natürlich nicht aus dem Bild zu entnehmen, das Bild kann diese Fakten nur sichtbar machen.
Die Funktionen und Prozesse bestimmen die im Bild und in der Landschaft erkennbaren Strukturen und Texturen. Beim sozialgeographischen Ansatz gehen die Funktionen und Prozesse primär vom Menschen aus.