Neue Unterrichtsformen im Fach Erdkunde

Ohne Ziel ist jeder Schuss ein Treffer. - Reizlos!

Arbeitsziele beflügeln Lehrer wie Schüler. Wie sehen unsere übergeordneten Ziele aus?
Eine Kurzfassung soll hier speziell den Stellenwert der Nutzung von Satellitenmessdaten im Erdkundeunterricht verdeutlichen. Für einen Neueinsteiger erscheint dies doch wichtig zu sein. Es geht (uns) um mehr als nur um farbige Bilder von der Erde.

Die Schwerpunkte unseres Fachverständnisses sind in der nachfolgenden Mindmap formuliert. Details


ein Klick ins Bild zeigt auch die Details.

Erklärungsbedarf besteht vermutlich bei den fachdidaktischen Grundüberlegungen.
Drei Bildbeispiele zeigen um was es hier geht:
Mosaik, Quicklook, Originalbild.


Eine Besinnung auf das Wesen der Geographie und der Geowissenschaften im Unterschied zu den Naturwissenschaften Bio, Ph, Ch, NuT hilft, die Bedeutung der Erdkunde für die schulische Denkschulung zu präzisieren und den Einsatz von Satellitenbildern im Stellenwert zu verdeutlichen.
In den naturwissenschaftlichen Fächern dringt der Lernende z.B. über das Mikroskop in unbekannte Welten der Details vor, "scharfes Sehen" ist gefordert.
Im Schulfach Erdkunde ist das anders. Der Lernende sucht aus distanzierter "unscharfer" Sicht, z.B. aus der Atlaskarte, über Google.Earth am Bildschirm, aus dem Flugzeug oder heute vom
Satelliten nach Ergebnissen und Ursachen menschlichen Handelns in unterschiedlichen Lebensräumen. Die Verallgemeinerung ist in diesem Fach vorrangiger Arbeitsauftrag bei der Beschäftigung des Menschen mit sich selbst und seinem Lebensraum. Damit erschließt die Erdkunde als einziges Schulfach den wissenschaftlichen Ansatz der Unschärfe (Fuzzy-Logic) und der Mustererkennung. Für die Zukunftsbewältigung ist dies eine wesentliche Bildungskomponente. Die Erarbeitung der sog. "Syndrome des globalen Wandels" während der Kohl-Regierung macht dies deutlich. Die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BfNE) ist eine weitere Aufforderung an die Geographie, denn keine Wissenschaft beschäftigt sich so intensiv mit dem menschlichen Lebensraum wie die Geowissenschaften.

Und da gibt es noch einen Wesenszug der Geographie, der die Defizite der Geschichte als Schulfach ausgleichen kann (und muss). Die Kulturgeographie projiziert Teile der Geschichte (z.B. Kolonialgeschichte) in die Landschaft. Die Auseinandersetzung mit Kulturlandschaften (dies gelingt mit Satellitenbildern besonders gut) und Kulturerdteilen bringt für Jugendliche aus der Sicht der Zukunftsbewältigung sicherlich mehr als das vom Fach Geschichte angestrebte vergangenheitsorientierte Geschichtsbewusstsein, das sich entsprechend der Entwicklungspsychologie erst viel später im Leben ganz von selbst einstellt.
In der Geographie denkt man raum- und zukunftsbezogen, in der Geschichte denkt man zeit- und vergangenheitsbezogen, beides gehört zusammen.

Was sind nun unsere neuen Unterrichtsformen, die in der Überschrift angesprochen sind?
-
Planspiele wie das Unterrichtsszenarium "Europa-Reisen",
-
Lernparcours als Verknüpfung von Umweltmesstechniken mit dem Unterricht im Klassenzimmer,
- eine
virtuelle Exkursion oder eine virtuelle Expedition mit wissenschaftlichen Arbeitstechniken
sind unsere ersten Vorschläge. Diesen Beispielen ist gemeinsam, dass sich der Lehrer auf völlig neue Weise in den Unterricht einbringen muss. Er ist sicher nicht mehr der Dozent von gestern.