zur Erklärung

 Zur Interpretation von Satellitenbildern
über den sozialgeographischen Ansatz

Motto: 'Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.'

a) Bild oder Landschaft?
- Bei der Interpretation eines Bildes steht die Bildaussage im Mittelpunkt der Erarbeitung.
Inhalte, die sich im Bild nicht erkennen lassen, dienen nur zur Erläuterung. Sie sollen nur genannt werden, wenn sie Zusammenhänge deutlicher machen.
- Bei der Interpretation einer Landschaft (für den sozialgeographischen Ansatz optimal) dient das Bild nur zur Illustration und zur Orientierung. Das Bild erhält die Funktion einer Wander- oder Autokarte. Das Bild wird zum Orientierungs-Werkzeug. Damit das Bild diese Aufgaben erfüllen kann, muss es passgerecht vorbereitet werden. Pixel-GIS enthält dazu verschiedenste Möglichkeiten. 

b) Der sozialgeographische Ansatz geht von der sozialen Gruppe aus. Hier stehen Strukturen, Funktionen und Prozesse als hierarchisches Muster im Mittelpunkt. Dies bedeutet:
- Zuerst werden die wesentlichen Strukturen beschrieben (Standortfaktoren),
- dann die Funktionen, die die Strukturen entstehen ließen und noch zusammenhalten,
- dann die Prozesse, welche die beschriebenen Strukturen und Funktionen zu verändern suchen.

1. Zuerst skizziert man die Gesamtsituation für die Landschaft, die gesellschaftliche, die wirtschaftliche und die technische Situation, die das Verhalten der "Akteure" bestimmt. Ein Landwirt im Ries verhält sich anders als ein Hackbauer in Westafrika.
Die örtlichen Standortfaktoren (oben rechts) und die Gesamtsituation (oben links), die das Denken und Handeln der Akteure bestimmen, sind kurz darzustellen.  

2. Dann versucht man so zu denken wie ein Bauer, wie ein Fabrikbesitzer: Welche Daseins-Grundfunktionen spielen welche Rolle?

In dieser Situation wird über Pixel-GIS ein Satellitenbild mit optimaler Aussagekraft erstellt. Dies gelingt natürlich nur bei vorliegenden Originaldaten zu verschiedenen Lichtwellenbereichen, sonst muss man sich mit dem gegebenen Bild begnügen.

3. Erst jetzt beginnt die Bildinterpretation: Die Naturfaktoren, die flächenbezogenen Faktoren wie Eigentum und Pacht, Bodenpreis, Marktnähe, Bodenqualität, etc. und die Humanfaktoren wie Bodennutzungssystem, Vertragsanbau, Vermarktungssystem etc.
Diese Fakten sind natürlich nicht aus dem Bild zu entnehmen, das Bild kann diese Fakten nur sichtbar machen.
Die Funktionen und Prozesse bestimmen die im Bild und in der Landschaft erkennbaren Strukturen und Texturen.


Der Arbeitsablauf im Detail

1. Steckbrief Satellitenmesswerte
- Satellitensystem:
- Sensorsystem:
- Copyright/Quelle/Autor:
- Bildunterschrift:
- Verwendungszweck:
- Geograph. Lagebezug:
- Aufnahmezeitpunkt:
- Bildtyp:
- Auflösung (=Maßstab):
- Bildaufbereitung (RGB=...):
- Zusatzinformationen (Texte, Fotos, Karten):
- Themenschwerpunkt:

 

2. Beobachtungen zu den geographischen Inhalten sammeln
Die Ergebnisse sollten in eine Strukturskizze und in einen Entwurf einer Legende einfließen, dazu dienen die nachfolgenden Gedanken.
Die Beobachtungen können aus dem Bild oder aus den Begleitmaterialien stammen.

Beobachten = Erkennen, Benennen und Beschreiben von
- Elementen (Einzelheiten: erkennbare Objekte)
- Gruppierungen von Elementen  (Ähnlichkeiten, Oberbegriff, Klassifikation)
- punktuellen, linearen und flächigen Strukturen (Zusammenhänge: Naturfaktoren, Infrastruktur, Bodennutzung))

Schlüsselfragen:
- Was sind die auffallendsten Bildinhalte?
- Wie lassen sie sich benennen?
- Wie kann man sie beschreiben?
- Wie sind sie angeordnet?

 

3. Bewertung der geographischen Inhalte und Erstellen des Arbeitsplans:
Die Ergebnisse münden später in eine sorgfältig beschriftete Legende.
Die Legendenpunkte müssen evaluiert werden. Dazu dienen die nachfolgenden Gedanken.

Bewerten = Erkennen, Vergleichen und Interpretieren von
- Beziehungen, Vernetzungen, Abhängigkeiten (= Funktionen)
- Veränderungen, Abläufen (= Prozesse).
Evaluieren über Sekundärquellen:
- Befragung, Karten, Literatur.

Insbesondere:
- Raumtypen sollten ermittelt werden: Einheiten der Kulturlandschaft.

- Problemräume (Erosion, Abwanderung, Brache, ...) sind zu fixieren.
- Bodennutzungssysteme sind zu erkunden.

 

4. Gestaltung der Dokumentation

- Wer sind die Adressaten für dieser Präsentation?
- In welcher Umgebung und mit welcher Technik soll die Präsentation erfolgen?
- Wie könnte der "rote Faden" für diese Präsentation aussehen?
Beschreibung des Arbeitsablaufs, Vergleiche und Quellensammlung nicht vergessen!

Zweites Arbeitsziel:
Die Landschaft zum Leben erwecken

5. Modellbildung: Entwicklung eines Szenariums zur Landschaft

- Wer sind die Adressaten für diese zweite Präsentation?
- In welcher Umgebung und mit welcher Technik soll diese Präsentation erfolgen?
- Wie könnte der "rote Faden" für die Präsentation aussehen?

Vorschläge:
- Entstehung der Kulturlandschaft (Landnahme)
- Konflikte um die Ressourcen dieser Landschaft
- Spekulationen oder Innovationen in dieser Landschaft
- Zukunftslandschaft entwickeln