Worin liegt der schulische Mehrwert der Fernerkundung
und unseres Engagements?


Robert Roseeu
Gröbenzell bei München

 

Liebe Schulgeographin,
lieber Schulgeograph,

die Situation unseres Faches ist unbefriedigend, weil wir es in den letzten 20 Jahren nicht geschafft haben, darzustellen, was das Fach vor allem für die Jugendlichen zu leisten im Stande ist. Die laufende UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zeigt die Defizite, die sich angehäuft haben. Lesen Sie den Artikel von Prof.Jürgen Rost aus dem Jahr 2001: "Umweltbildung - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: Was macht den Unterschied?" http://www.ipn.uni-kiel.de/blk21-sh/umweltbildung.pdf
Sicherlich sind auch Sie nach dem Lesen deprimiert, zeigt der Beitrag doch, was alles auf der Strecke geblieben ist. Wir sollten aber nicht die Flinte ins Korn werfen! Als Lehrer sind wir der Jugend verpflichtet. Die eigentliche Herausforderung für uns steckt in der sich globalisierenden Welt. Kein anderes Schulfach kann "Globalisierung lernen" so vielfältig angehen, wie die Geographie. Vor allem "Gestaltungskompetenz" müssen unsere Schüler dabei /dazu erwerben, nur so sind unsere unzähligen gesellschaftlichen Probleme heute und in Zukunft zu lösen. Unser Fach kann auch hier unter dem Aspekt einer "nachhaltigen Entwicklung unseres Lebensraumes" entscheidende Beiträge liefern.

Aus diesem Bewusstsein heraus gründeten wir am 1.3.2006 einen Arbeitskreis zur geographischen Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Arbeitskreis soll uns weitere Ideen anliefern und Hochschule, Forschung und Schule näher zusammen führen. (Mehr ...)
Das neu gegründete Netzwerk "Geowerkstätten" will vor allem Sie erreichen. Wir wollen Sie in Ihrer Arbeit unterstützen. Das soll für Sie einen Mehrwert darstellen.
"Bildungsstandards" und "Qualitätssicherung", "Assessment" und "Casting" sind die Begriffe einer "modernen" Schule in der Zeit von PISA. In der konsequenten Anwendung werden diese "Neuerungen" im Klassenzimmer der traditionellen Schule jedoch viel Frust erzeugen, der seinerseits viele Erfolge wieder auffressen wird. Dagegen hilft sicherlich eine vorbeugende Vermittlung von Visionen und Impulsen für den Schulalltag, die konsequente Anwendung von Werkzeugen der Selbstevaluation und ein kontinuierliches externes Coaching von Lehrern im fachlichen, didaktischen und methodischen Bereich. Dem verbreiteten Burn-Out-Syndrom könnte damit vorgebeugt werden. Hierzu möchten die Geowerkstätten ihren Beitrag leisten.

Wie sehen die "Mehrwerte" aus?
Unser Bemühen konzentriert sich auf folgende Bereiche:
1. High-Tech und Projektarbeit als altersgerechte "Schlüssel" zu den Jugendlichen
2. Die Kulturlandschaft/Stadtlandschaft als "Heimat" in einer sich globalisierenden Welt, als Werkzeug zur Identitätsfindung (Wie sieht der eigene Lebensraum aus gobaler Sicht aus?)
3. Die Kulturlandschaft in ganzheitlicher Sicht der Fernerkundung ermöglicht "erlebte Komplexität" (Google Earth und WorldWind sind die Trendsetter)
4. Natur- und sozialwissenschaftliche Denkansätze und Methoden für eine intensivere Naturbegegnung (Die technischen Studiengänge und Berufe brauchen auch einen schulischen Impulsgeber)
5. Altersgerechte Technik nutzen: Computer, Internet&Co., Wiki-Kommunikation und Digi-Kamera sind Kulturtechniken der Globalisierung
6. Gestaltungskompetenz muss von jedem Menschen selbst erworben werden. Lehrer können es den Schülern vorleben. Ansatzpunkte in den Bereichen Wahrnehmung, Kommunikation, Bewerten und Handeln werden entwickelt (Mehr ...)
7. Geographie-Projekte in Form von Fachlehrer-Projekten:
Fachlehrer-Projekte sind Projekte, die primär der Fachlehrer mit seiner Klasse in seinem Fach durchführt (z.B. Simulation Reisebüro "Europa-Reisen"). Fortbildungen, Lehrercoaching, Feedback der Schüler, Selbstevaluation beziehen sich primär auf den eigenen Unterricht. Weil das Fach Geographie multidisziplinär angelegt ist, muss nicht immer ein Kollege aus den Nachbarfächern zur Mitarbeit überredet werden.

Vielleicht ist etwas dabei, was auch Sie anspricht und begeistert.

Machen Sie's gut!

Robert Roseeu
Hollerweg 8, 82194 Gröbenzell
Robert.Roseeu@umweltspione.de
Initiator der Projekte SatGeo, Umweltspione und Geowerkstatt