Konstruktivismus und UmwelterziehungDer Vorgang des Lernens aus der Sicht des KonstruktivismusDas Individuum orientiert sich automatisch
an seiner realen Umwelt (im weitesten Sinne). Das menschliche Gehirn
erfindet (konstruiert) das, was "Umwelt" oder "Welt"
heißt. Die erkannte Wirklichkeit (Wahrnehmung) ist dann ein Produkt
der individuellen Ziele und Handlungen. Das Individuum sieht dabei
nur das, was es sehen will und merkt sich vor allem das, was ihm
ein positives Feedback liefert. Wie sieht "konstruktivistischer" Unterricht aus?
Werkzeuge des konstruktivistischen Lernens"Open Space Conference",
"Open Space Training", "Szenarien"
und "Missionen" sind unsere Ansätze zur Arbeit
mit den Jugendlichen im Rahmen der Umwelterziehung. Für den Lehrer
sind diese neuen Ansätze eine große Herausforderung, hat er doch
während seiner Ausbildung dazu nichts erfahren. Der Lehrer wird
hier primär als Pädagoge und als Moderator tätig, und erst nachrangig
als Wissensvermittler. Der Lehrer muss nutzergerechte Angebote organisieren
und die Lerner betreuen. Dabei muss er sich stets zwei Grundfragen
stellen (siehe http://www.tuwas.net): Über "Open Space Conference" für Großgruppen bis 800 Teilnehmer gibt es bei http://www.4managers.de viel nachzulesen. Wir übertragen die Idee auf Kleingruppen. Das Handlungskonzept "Open Space Conference":Der Moderator (Lehrer) gibt einen thematischen Rahmen vor. Die Einführung dazu sollte nur sehr kurz ausfallen. Die Teilnehmer (Schüler) bestimmen dann den Handlungsverlauf, indem sie Fragen formulieren, über die sie mit anderen Teilnehmern diskutieren wollen. Die Fragen werden dazu auf dem sog. Marktplatz (z.B. Korktafel im Klassenzimmer) veröffentlicht. Jede Frage führt zur Bildung einer Arbeitsgruppe. Jeder Teilnehmer geht nun zu der Arbeitsgruppe, für deren Frage er sich am meisten interessiert. Die Selbstverantwortung und Selbstorganisation
der Teilnehmer wird durch feste Regeln gefördert. Man wird sagen, dass dies nur im
Schullandheim, nicht aber im regulären Unterricht mit 45 Minuten
gelingt. Dem ist nicht so! Wenn das vorgegebene Thema im Interesse
der Schüler einer Klasse liegt, dann klappt das auch im Schulalltag
recht gut. Die Erwartung, dass es bei Arbeitsende zu jeder gestellten
Frage eine Ausarbeitung gibt (z.B. als Hausaufgabe), erzeugt
den notwendigen Ernst bei der Arbeit. Die Ergebnisse werden im Plenum
von den Leitern der Arbeitsgruppen (zumeist die Fragesteller) vorgestellt.
Wenn der Moderator auf die Form der Präsentation einen besonderen
Wert legt, dann liefert die gelungene Präsentation vor der Klasse
ein sehr positives Feedback. Das Prinzip von "Open Space
Conference" haben wir auf die praktische Arbeit übertragen.
"Open Space Training" bzw. "Lernparcours"
nennen wir dies. Bei den Regeln entfällt nur die erste: Der nachträgliche
Wechsel von Gruppenmitgliedern ist hier nicht erlaubt. "Szenarien" sind Langfristprojekte, die dem "Open Space Training" ähneln. Der Lehrer gibt ein Arbeitsfeld mit definierten Arbeitszielen vor. Die Schüler können sich ihre Aufgabengebiete frei wählen. Das Szenarium ist gleichsam die Bühne, auf der alle Schüler auftreten. |